Vor 81 Jahren befreiten sowjetische Truppen den Komplex aus mehreren Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslagern nahe der südpolnischen Stadt Oświęcim, der zum Symbol des Holocaust und der Mordmaschinerie des deutschen Faschismus wurde.
Allein im Lagerkomplex Auschwitz wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen ermordet, darunter mindestens 1,1 Millionen europäische Jüdinnen und Juden. Zu den Ermordeten gehörten auch Sinti und Romna, sowjetische Kriegsgefangene, politische GegnerInnen, als „asozial“ Diffamierte und Homosexuelle. Millionen weitere wurden in anderen Vernichtungslagern und Ghettos, durch Erschießungskommandos, Aushungern und Todesmärsche ermordet.
Die historisch einzigartige, industrielle Vernichtung von Millionen von Menschen stellt eine Zäsur in der Geschichte dar, hinter die es kein Zurück gibt.
Wir gedenken heute aller Opfer des deutschen Faschismus. Als Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, betrachten wir es als eine unserer zentralen Aufgaben, die Erinnerung an die Ermordeten wach zu halten – besonders jetzt, wo ihre Erinnerung zu verblassen droht und nur noch wenige ZeitzeugInnen von den Gräueln berichten können.
Wir erneuern heute auch unseren Dank die Rote Armee und die PartisanInnen, die dem Morden ein spätes Ende bereiteten. Durch ihren Kampf und die Zerschlagung der Wehrmacht konnte der deutsche Raub- und Vernichtungsfeldzug erst beendet werden.
Das Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus ist für uns stets auch Mahnung. Wenn Antisemitismus, Unrecht und Ausgrenzung zur Normalität werden, Menschen ihrer Rechte und ihrer Würde beraubt werden und die Verbrechen der Nazis geleugnet, relativiert oder gar verherrlicht werden, dürfen wir das nicht stillschweigend hinnehmen, sondern müssen alles daransetzen, diese Tendenzen von Beginn an zu stoppen. Denn es fing nicht mit den Gaskammern an, sondern mit Ausgrenzung und politischer Repression, mit Berufsverboten, medialer Hetze und Gesetzen, mit denen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und andere Minderheiten entrechtet wurden.
Was geschehen ist, konnte nur geschehen, weil ein großer Teil der Deutschen sich direkt oder indirekt am Morden beteiligte und noch viel mehr wegsahen und Nazi-Terror, Vernichtungskrieg und Völkermord hinnahmen. Nie wieder! darf nicht Phrase bleiben, sondern leitet unser Denken und Handeln. Wir erneuern heute auch unseren Dank an die alliierten SoldatInnen und PartisanInnen, die dem Morden ein spätes Ende bereiteten. Durch ihren Kampf und konnte die deutsche Politik der Vernichtung erst beendet werden.
Das heißt heute, die Rechte von Geflüchteten und Minderheiten aller Art zu verteidigen und an ihrer Seite zu stehen, Kriminalisierung und Repression gegen AntifaschistInnen zurückzuweisen und vor allem dazu beizutragen, dass die Partei, die den völkischen Nationalismus der Nazis, der allen Menschheitsverbrechen zugrunde lag, neu belebt, verboten wird!













